Zusammenfassung
Am 10. März 1864 stirbt König Maximilian II. Seit Jahren war er schon krank, doch sein allzufrüher und plötzlicher Tod kommt überraschend. Ludwig ist tief erschüttert, als er am Totenbett von seinem Vater Abschied nimmt. Noch am selben Tage wird der 18-jährige Kronprinz zum König Ludwig II. von Bayern proklamiert.
Die Untertanen sind ihrem jungen König von Anfang an sehr zugeneigt und setzen große Hoffnungen in ihn. Ludwig übernimmt die Regierungsgeschäfte völlig unvorbereitet, doch er hat die besten Absichten: "Was immer in meinen Kräften steht, will ich tun, um mein Volk zu beglücken." schreibt er an seine ehemalige Erzieherin.
König Ludwig II. ist kein absoluter Herrscher mehr, doch kann kein Gesetz ohne seine Unterschrift Gültigkeit erlangen.
Anfangs zeigt er sich noch seinem Volke bei königlichen Ausflügen, Empfängen, bei der Fronleichnamsprozession, oder auf dem Oktoberfest. Doch in den folgenden Jahren entwickelt sich König Ludwig II. mehr und mehr zu einem menschenscheuen Narziß, der sich der realen Welt und seinen Untertanen entzieht, um sich einer künstlichen Idealwelt hinzugeben.
Ludwig II. ist erst einige Wochen König von Bayern, als er den Wunsch äußert Richard Wagner kennenzulernen. Er schickt im April 1864 seinen Kabinettssekretär Franz von Pfistermeister mit einem Ring und einem königlichen Handschreiben aus, um Richard Wagner zu finden und ihn nach München zu bringen. Am Ende einer kleinen Irrfahrt durch Österreich und Süddeutschland findet der Hofbeamte den von Gläubigern bedrängten Komponisten in Stuttgart. Am 5. Mai 1864 kommt es zur ersten Begegnung des Monarchen mit dem Komponisten. Richard Wagner: Im Mai 1864, nach ihrer ersten Begegnung, schrieb König Ludwig an Richard Wagner: "Seien Sie überzeugt, ich will alles tun, was irgend in meinen Kräften steht, um Sie für vergangene Leiden zu entschädigen."
Richard Wagner befindet sich zu dieser Zeit in materieller Not, ist kränkelnd und heimatlos. Der König ist seine Rettung. Nach seiner Audienz bei Ludwig II. schreibt er: "..er liebt mich mit der Innigkeit und Glut der ersten Liebe. ...ich soll die Nibelungen fertig machen. ...er will mir alles geben, was ich brauche, um meine Werke aufzuführen. Alle Not soll von mir genommen sein. ... Kann das anders als ein Traum sein?" Der König soll fortan sein größter Mäzen und Förderer werden. Und Richard Wagner seinerseits tut nun alles, um Ludwig II. in seinen jugendlichen Schwärmereien und Idealen zu bestärken. Die Schulden des Komponisten werden bezahlt, er erhält ein stattliches Gehalt von 4000 Gulden und kann ein großes Haus in München beziehen.
Es beginnen die Vorbereitungen zu Tristan und Isolde. Mehr als 20 Orchesterproben werden abgehalten. Bühnenausstattung und Kostüme verschlingen große Summen. Nach einigen Verzögerungen kommt es schließlich am 10. Juni 1865 zu der vom König lange herbeigesehnten Uraufführung. Ludwig II. wird mit Hochrufen und Fanfaren im königlichen Hoftheater empfangen. Am Ende der Aufführung ist das Publikum zu Beifallsstürmen hingerissen. Ein großer Triumph für Wagner, und auch für Ludwig.
Doch dieser Triumph kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich Richard Wagner schon seit geraumer Zeit Feinde geschaffen hat. Sein extravaganter, überheblicher Lebensstil und sein großspuriges Auftreten machen ihn unbeliebt. Als er auch noch versucht, beim König politischen Einfluß zu gewinnen, nimmt der öffentliche Druck auf den König zu. Um Schlimmeres zu vermeiden, muß Richard Wagner in den Morgenstunden des 10. Dezember 1865 München verlassen.
Den König trifft diese Entwicklung besonders schwer. Er denkt an Rücktritt und an Selbstmord. Wagner bittet Ludwig II., auszuharren und keinesfalls den Thron aufzugeben. Ludwig gibt die Krone nicht ab. Er bezahlt Richard Wagner weiterhin ein Jahresgehalt und übernimmt die Mietkosten für dessen neue Villa in der Schweiz. (siehe unter: http://www.koenig-ludwig.org/index.php?option=com_content&view=article&id=46:ludwig2-wagner&catid=40:geschichten&Itemid=59